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Gesetzliche Grundlagen

Das Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) im achten Sozialgesetzbuch, hier besonders: § 22, § 22a, § 24, § 9 und § 8a, das Bayerische Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG), sowie der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder in Tageseinrichtungen (BEP) und die U3-Handreichung zum BEP „Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in den ersten drei Lebensjahren“ bilden die gesetzliche Grundlage für unsere Kinderbetreuungsstätten.

 

Pädagogische Ansätze

In der pädagogischen Arbeit verfolgen wir einen situationsorientierten Ansatz: Der Fokus des erzieherischen Handelns liegt auf der Situation in der Gruppe. Das pädagogische Personal achtet gezielt auf Signale der Kinder und geht auf deren Fragen und Interessen ein. Jedes einzelne Kind wird mit seinen individuellen Bedürfnissen und Wünschen angenommen.

Dabei wird die aktive Förderung sozialer und persönlicher Kompetenzen durch themenbezogene Förderung in verschiedenen Bereichen unterstützt. Besondere Aufmerksamkeit widmen wir den Übergangsphasen, wenn das Kind in die Krippe kommt oder die Krippe wieder verlässt.

 

Grundidee

Wir orientieren uns an den Stärken der Kinder und knüpfen daran an. So erkennen und fördern wir auch in diesem Alter schon besondere Vorlieben, Fähigkeiten und Kompetenzen. Durch die Alters- und Geschlechtermischung in unseren Gruppen machen die Kinder automatisch Erfahrungen, die sie für ihre eigene Identitätsentwicklung brauchen.

Wir verhalten uns Kindern und Eltern gegenüber wertschätzend und offen und helfen neuen Gruppenmitgliedern bei der Integration in die Gruppe und Einrichtung.

Beim Spiel der Kinder sind wir Beobachter und entwickeln aus den Interessen, die in der Gruppe vorhanden sind, zusammen mit den Kindern Projekte.

Als familienergänzende Einrichtung beziehen wir die Ressourcen der ganzen Familie mit ein. Ein ganzheitliches Bild vom einzelnen Kind hilft uns dessen Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen. Im Alltag werden Themen wie z.B. die Geburt eines Geschwisterkindes thematisiert und allen Kindern näher gebracht.

 

Erziehungspartnerschaft mit den Eltern

Ein wichtiger Bestandteil unseres Alltags ist die Elternarbeit. Für die positive Entwicklung des Kindes ist eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Eltern und pädagogischem Personal Grundvoraussetzung. Diese Zusammenarbeit ist geprägt von Vertrauen, gegenseitigem Verständnis, Toleranz, Offenheit und Kooperationsbereitschaft.

Elterngespräche sind ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Neben sogenannten Tür- und Angelgesprächen finden Entwicklungsgespräche nach Terminvereinbarung mit den Eltern statt. Zusätzlich besteht auch die Möglichkeit individuelle Gespräche kurzfristig, nach Voranmeldung, zu führen. Auch Elternabende werden regelmäßig durchgeführt.

Allgemeine Informationen, Termine über anstehende Veranstaltungen, etc. finden die Eltern an unseren Pinnwänden.

Wichtig ist uns das gemeinsame Auftreten aller am Erziehungsprozess Beteiligten. Dies gibt den Kindern Sicherheit und schafft Vertrauen. Aus diesem Grund finden regelmäßig Feste und Veranstaltungen statt, an welchen Kinder, Eltern und das pädagogische Personal gemeinsam teilnehmen.

 

Zu Beginn des Krippenjahres ernennt die Elternschaft i.d.R. zwei Elternbeiräte, die als Ansprechpartner für Eltern, Fachkräfte und Träger dienen und somit den Informationsaustausch und die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten fördern. Der Elternbeirat übermittelt Anliegen und Anregungen der Elternschaft zur Ausgestaltung des Krippenalltags und trägt so aktiv zur Mitgestaltung der Eltern bei. Darüber hinaus übernimmt der Elternbeirat die Verantwortung über die Planung verschiedener Feste und Ausflüge zur Stärkung der Erziehungspartnerschaft.

 

Übergangsphasen

Wir unterstützen und begleiten Kinder und Eltern während der Eingewöhnungsphase.

Der Übergang aus der Familie in eine neue Betreuungssituation stellt für ein Kind und seine Eltern eine Herausforderung dar. Das Kind wird sich an eine andere Umgebung gewöhnen und Beziehungen zu ihm noch fremden Personen aufbauen. Es erlebt einen neuen Tagesablauf und eine täglich mehrstündige Trennung von den Eltern. Die Eingewöhnung ist eine große Anpassungsleistung für das Kind, aber auch die Eltern müssen sich auf die neue Situation einstellen.

Das pädagogische Personal sorgt dafür, dass sich dieser Wechsel für die Kinder und auch die Eltern harmonisch gestaltet und somit einen positiven Verlauf nimmt. Es soll eine individuelle und situationsbezogene Eingewöhnung ermöglicht werden. Daher orientieren wir uns am „Münchener Eingewöhnungsmodell“ und setzen eine zunächst durch Eltern begleitete Eingewöhnungszeit voraus, in der sich primär eine Fachkraft dem Kind nähert. Die Aufnahme und Dauer von Kontakten richtet sich nach den Äußerungen und Signale des Kindes, welche das pädagogische Personal feinfühlig wahrnimmt.

 

Um den Wechsel in den Kindergarten gut vorzubereiten, bieten wir Gespräche an, in denen wesentliche Punkte thematisiert werden, die zukünftig auf sie zukommen z.B. größere Gruppen, weniger Zeit fürs einzelne Kind und eine andere Rolle in der Gruppe, aber auch, was sich für die Eltern ändert. Wir machen eine Abschiedsfeier, bei der die Kinder ein kleines Geschenk und ihr persönliches „Krippenalbum“ bekommen.

 

Gesundheit

Gesundheit definiert sich als körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden der Kinder. Sie sollen lernen, für ihren Körper selbst Verantwortung zu übernehmen. Wir bestärken sie deswegen darin, auch nein zu sagen.

Für eine gesunde psychische und körperliche Entwicklung sind Ruhepausen notwendig, daher gehen alle Kinder gemeinsam zum Mittagsschlaf.

Wir achten auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Beim Essen ist es uns wichtig, dass wir den Kindern genug Zeit lassen, um genussvoll essen zu können.

Über die direkte Arbeit mit den Kindern hinaus bieten wir auch Elterngespräche über die Entwicklung der Kinder an.

Zudem hat das gesamte Personal Erste-Hilfe-Kurse für Kleinkinder belegt, welche alle zwei Jahre aufgefrischt werden. Die vorgeschriebene Belehrung zum Infektionsschutzgesetz hat das komplette Team erhalten. Die Auffrischungs-Belehrung wird jährlich durchgeführt.

 

Inklusion/Integration

Inklusion/Integration sieht vor, dass alle Kinder, verschiedenen Geschlechts und Alters, egal welcher Herkunft, mit besonderem Förderbedarf oder Begabungen dieselbe Bildungseinrichtung besuchen und gemeinsames Leben und Lernen erfahren.

Dies bedeutet für uns, allen Kindern im Wissen um ihre Einzigartigkeit, individuelle Angebote und Unterstützung anzubieten.

Das internationale Umfeld der Universität und Hochschule spiegelt einen hohen Anteil ausländischer Eltern und Kinder wider. Unsere besondere Aufmerksamkeit widmen wir hier den Kindern, welche ein neues kulturelles oder sozioökonomisches Umfeld kennenlernen, wenn ihre Eltern ein Studium in Deutschland aufnehmen oder fortsetzen.

 

Themenbezogene Förderung

In der themenbezogenen Förderung der Kinder versuchen wir ihnen Wissen und Fähigkeiten zu bestimmten Themen zu vermitteln. Dies geschieht spielerisch und dem Alter der Kinder angemessen.

Neben den spezifischen Lernangeboten geschieht das alltägliche Wachsen an Dingen des Lebens natürlich „nebenher“. Z. B. die Zubereitung von Mahlzeiten, das Ein- und Ausräumen der Spülmaschine sind zentrale pädagogische Momente.

 

Basiskompetenzen:

Wir fördern die Selbstwahrnehmung der Kinder. Unser Handeln soll das Selbstwertgefühl der Kinder stärken und die Basis für ein gutes Selbstvertrauen bilden.

Die Förderung der sozialen Kompetenzen ist uns sehr wichtig. Die Kinder sollen lernen Empathie zu entwickeln und hilfsbereit gegenüber anderen zu sein. Sie sollen dies gegenüber anderen zeigen, aber auch selbst erleben.

Wir unterstützen die Kinder dabei welt- und wertoffen aufeinander zuzugehen und eigene Werte und Meinungen zu entwickeln. Sie sollen lernen Verantwortung für ihr eigenes Handeln, als auch gegenüber anderen zu übernehmen.

Die Kinder dürfen ihrer natürlichen, angeborenen Neugier nachgehen und sollen Vorlieben entwickeln. Wir unterstützen sie dabei Herausforderungen anzunehmen und dadurch Bestätigung im und durch das eigene Tun zu finden.

 

Sprache:

Im pädagogischen Alltag ist Sprachförderung ein kontinuierlicher Prozess. Die Kinder sollen ihre nonverbalen Ausdrucksformen differenzieren lernen. Sie sollen Freude und Interesse am sprachlichen Austausch spielerisch entwickeln. Wir unterstützen und fördern die Fähigkeit eigene Bedürfnisse durch Laute oder Sprache auszudrücken.

 

Der Krippenalltag ist geprägt durch klares und deutliches Sprechen des pädagogischen Personals mit den Kindern. Finger-, Laut- und Wortspiele werden in den täglichen Ablauf integriert und zelebriert.

Das gemeinsame Betrachten der Bilderbücher und die Benennung der abgebildeten Szenen werden im direkten Kontakt mit einzelnen Kindern bzw. Kleinstgruppen gefördert. Auch das Vorlesen einfacher Kurztexte gehört zum Alltag in unseren Krippen.

 

Unser selbstkomponiertes KraKadU-Lied ist vom ersten Krippentag an ein Bestandteil des Alltages der Kinder. Im Laufe der Zeit und mit Fortschreiten der individuellen Sprachentwicklung der Kinder stimmen diese unser Lied von sich aus an und animieren somit den Rest der Gruppe zum Mitsingen.

 

Bewegung:

Bewegung ist ein Grundbedürfnis jedes Kindes. Kinder entdecken sich selbst und ihre Umwelt, indem sie sich bewegen. Sie greifen, krabbeln, klettern und rennen herum und erforschen Gegenstände und Räume. Wir begleiten und fördern diese Impulse.

 

In unserer Kinderkrippe KraKadU I bieten wir den Kindern ein Kletterzimmer mit zweiter Ebene und Rutsche sowie ein Spielzimmer mit unterschiedlichen Schaumstoffbausteinen und genügend Freifläche, um den Bewegungsdrang auszuleben. Ausreichend Spielmaterialien wie Bälle, Tücher etc. können die Kinder frei wählen. Unter Anleitung lernen die Kinder Koordination und Körperbeherrschung zum Beispiel beim Balancieren auf einer Holzbank.

 

Die Krippe verfügt über einen direkt zugänglichen Garten mit Spielplatz. Die tägliche Bewegung an der Luft ist für die Kinder immer ein besonderes Highlight. Je nach Jahreszeit und Wetter wird hier getobt, geklettert, geplanscht oder mit den altersgerechten Fahrzeugen ein Wettrennen veranstaltet.

 

Medien:

Kinder werden vom ersten Lebenstag an mit der Medienwelt konfrontiert. Printmedien sind im Krippenalltag nicht wegzudenken. Visuelle und digitale Medien halten aber auch immer mehr Einzug.

 

In unserer Kinderkrippe stehen Bilder- und Vorlesebücher frei zur Verfügung. Die Kinder dürfen und sollen nach individuellem Interesse diese auswählen und sich damit beschäftigen können. Das pädagogische Personal reagiert hier gezielt auf die Wünsche der Kinder.

Der im Eingangsbereich der Kinderkrippe angebrachte digitale Bilderrahmen weckt täglich aufs Neue das Interesse der Kinder.

 

In unserer Kinderkrippe KraKadU I sind die Wände mit selbstgemalten kindgerechten Motiven verziert. Diese werden gerne von den Kindern betrachtet und geben Anregungen  für Spiele und Gespräche. Je nach Jahreszeit wird die Krippe mit entsprechenden Bildern und Fotografien dekoriert.

 

Mathematische Inhalte:

Durch das Auseinandersetzen mit mathematischen Inhalten und Gesetzmäßigkeiten vermitteln wir den Kindern die Erfahrung von Beständigkeit, Verlässlichkeit und Wiederholbarkeit. Sie lernen geometrische Formen mit allen Sinnen zu erfassen und benennen.

 

In unserer Kinderkrippe fördern wir das mathematische Denken, z.B. beim Eindecken des Mittagstisches. Auch beim Aufbau der Mittags-Bettchen oder beim Anziehen wird in lebenspraktischen Situationen das mathematische Denken vermittelt.

In den Spielräumen stehen unterschiedliche geometrische Materialien zur Verfügung. Das Benennen der Gegenstände wird durch das pädagogische Personal gezielt gefördert. 

Im täglichen Morgenkreis begegnen die Kinder z.B. durch gemeinsames Zählen der Mathematik.

 

Natur und Umwelt:

Entdeckerfreude ist allen Kindern angeboren. Alltagsphänomene lassen Kinder staunen und Nachforschungen anstellen. Kinder sollen die Natur mit ihren Bewohnern und Pflanzen als unersetzlich, verletzbar und schützenswert wahrnehmen. Sie sollen Veränderungen in der Natur beobachten. Hierbei unterstützen wir sie, indem wir ihnen  verschiedene Stoffe, Naturmaterialien und Tiere näher bringen. Dies geschieht mit allen Sinnen.

 

In unserer Kinderkrippe beziehen wir die Kinder in die tägliche Verarbeitung von Lebensmitteln ein. Hier erklären wir den Kindern anschaulich, wie z.B. das Obst wächst, welches gerade kleingeschnitten wird. Natürlich wird auch die Entsorgung der Bioabfälle vermittelt. Mülltrennung oder der sorgsame Umgang mit Ressourcen, z.B. Wasser, sind Bestandteile im Krippenalltag und werden situationsabhängig thematisiert.

Das saisonabhängige Sammeln von Naturmaterialien erfreut sich bei den Kindern großer Beliebtheit. Sie lernen hierbei den Wechsel der Jahreszeiten kennen. Das pädagogische Personal erklärt anschaulich die Zusammenhänge zwischen Flora und Fauna.

 

Unsere Kinderkrippe KraKadU I legt besonderen Wert auf eine saisonale Tischdekoration. Die Kinder sammeln hierfür in der Umgebung z.B. Blumen und beobachten die Veränderungen, sobald diese über mehrere Tage in der Vase stehen.

Auch die den Räumlichkeiten vorgelagerten Balkone werden genutzt. Hier werden z.B. Kräuter gesät und deren Wachstum wird täglich genau beobachtet.

 

Auch die Pflege unserer Gärten ist ein großer Bestandteil der Wertevermittlung. Pflanzen werden gegossen, Unkraut gejätet. Bei der „Gartenarbeit“ werden natürlich auch Insekten beobachtet und deren Nutzen für die Natur erläutert.

 

Musik:

Die musikalische Bildung und Förderung hat einen besonderen Stellenwert in unserem Krippenalltag. Musikhören beeinflusst unseren ganzen Organismus positiv und führt zu Ausgeglichenheit. Sie hat auch positive Effekte auf Lernverhalten und Intelligenz. Musik macht klug und gemeinsames Musizieren stärkt die soziale Kompetenz. Deshalb legen wir im täglichen Ablauf Wert darauf, dass die Kinder Musik aktiv erleben, z.B. durch das gemeinsame Singen aus Liederbüchern.

Einmal pro Woche bekommen wir hierbei durch eine musikpädagogische Fachkraft Unterstützung. Die dreißigminütige Musikstunde pro Kinderkrippe ist ein fester Bestandteil und wird von den Kindern sehnsüchtig erwartet.

 

Freispiel

Krippenbesuch heißt für viele Kinder erste und prägende Gruppenerfahrungen zu machen. Deshalb ist die qualifizierte Begleitung und Hilfestellung durch das pädagogische Personal von besonderer Bedeutung.

Das Freispiel stellt in unserer Arbeit den absoluten Schwerpunkt dar. Für die Kinder ist das Freispiel von besonderer Bedeutung, da sie sich hier in allen Bereichen frei entfalten und entwickeln können. Im Freispiel suchen sich die Kinder ihr Spielmaterial und ihre Spielpartner selbst aus. Sie bestimmen Ort, Verlauf und Dauer des Spiels. Aufgabe des pädagogischen Personals ist es hierbei, die Kinder zu beobachten, Anregungen zu geben, bei Konflikten gezielt einzugreifen, einen Überblick über das Gruppengeschehen zu haben und sich Zeit für einzelne Kinder zu nehmen.

 

Die KraKadU I verfügt über drei kleinere Räume, welche den Kindern zum Freispiel zur Verfügung stehen. Das Kletterhaus mit Rutsche lädt zum Erkunden und Austesten der eigenen Möglichkeiten ein. Die Kinderküche wird zum „Kochen“ oder für eine „Teestunde“ genutzt. Die Schaumstoffbausteine regen zum Turnen, Auftürmen oder Liegen an. Das zur Verfügung gestellte Spielmaterial teilen sich die Kinder nach ihren Vorlieben auf und so entstehen unterschiedlichste Spielsituationen. Das Personal verteilt sich auf die drei Räume, damit die Kinder immer im Blickfeld sind und ggf. in schwierigen Situationen gezielt eingegriffen werden kann. Ein individuelles Arbeiten mit einzelnen Kindern oder in Kleingruppen hat in dieser Zeit oberste Priorität.

 

Entwickeln und Fördern

Für uns beginnt die Bildung mit der Geburt. Von Anfang an sind Kinder dabei zu lernen, ihre Umwelt zu verstehen und ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Bildung ist somit immer Selbstbildung, die von außen erkannt und unterstützt werden muss. Wir sehen uns in diesem Sinne als Lernbegleiter.

 

Wir akzeptieren und respektieren die Kinder so wie sie sind und stärken ihr Selbstwertgefühl durch Lob und Anerkennung. Wichtig ist uns die Förderung persönlicher und sozialer Kompetenzen.

 

Soziales Lernen findet bei uns immer statt. Die Kinder lernen, miteinander zu spielen und aufeinander Rücksicht zu nehmen. Auch die gemeinsamen Ausflüge oder das gemeinsame Feiern von Festen, wie Geburtstagen oder Weihnachten unterstützt dies.

 

Soziales Miteinander heißt immer auch die Wertschätzung von kulturspezifischen Gewohnheiten und Sprachen. Wir würdigen die Familienkultur und –sprache als identitätsgebenden Bestandteil des Kindes. Familien unterstützen wir darin ihre Familiensprache fortzuführen. Des Weiteren bieten wir, unter Mithilfe von Sprachmittlern, entwicklungsbezogene Elterngespräche in der Familiensprache an.

Nach Art 6 BayIntG erfahren alle Kinder, unabhängig von ihrem kulturellen und weltanschaulichen Hintergrund, in der Kindertageseinrichtung zentrale Elemente der christlich-abendländischen Kultur. Die Kinder sollen ihre eigene von Nächstenliebe getragene religiöse oder weltanschauliche Identität entwickeln können. Sie lernen, dass sie sinn- und wertorientiert, in Achtung vor religiöser Überzeugung miteinander leben können. Die Abläufe und Gewohnheiten in der Kinderkrippe zielen darauf ab, dass eine freiheitlich-demokratische und soziale Wertehaltung gestärkt wird. Darüber hinaus möchte das Personal auch die Integrationsbereitschaft der Familien fördern und steht diesen jederzeit bei Fragen zur Seite und vermittelt an fachkundige Stellen.

 

Die Kinder können vieles ausprobieren und lernen so, wo ihre Stärken und Schwächen, Vorlieben und Abneigungen, liegen. Sie dürfen selbst bestimmen, was sie im Rahmen des Tagesablaufs und der nötigen Grenzen wie tun und wann. Um ihnen dabei die nötige Sicherheit zu geben, gibt es bestimmte Rituale wie z. B. die morgendliche Begrüßung oder verschiedene Fingerspiele vor dem Essen.

Wir legen Wert auf eine gewisse Esskultur am Tisch. D. h., dass wir den Tisch gemeinsam mit den Kindern liebevoll dekorieren und eindecken.

 

Siehe hierzu auch „themenbezogene Förderung“.

 

Um die Kinder in ihrer individuellen Entwicklung zu unterstützen und zu fördern, entwickeln wir unsere pädagogische Arbeit immer weiter. Wir reflektieren regelmäßig, was wir tun und halten dies in unserer Konzeption fest.

 

Partizipation

Partizipation ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Wir beteiligen die Kinder an Entscheidungen, die ihr Leben und das Leben in der Krippengemeinschaft betreffen. Grundlage hierfür ist § 8 SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz), das Bayerische Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG) und die UN-Kinderrechtskonvention Art. 12.

 

Konkret bedeutet dies im Alltag, dass die Kinder je nach Situation und Stimmung entscheiden, ob und in welchem Umfang sie an Kleingruppenarbeit oder Einzelförderung teilnehmen oder in Spielgruppen eigene Erfahrungen sammeln möchten. Jedes Kind hat das Recht „Ja“ oder „Nein“ zu sagen oder nonverbal auszudrücken.

In unseren Kinderkrippen beteiligen sich die Kinder aktiv an Entscheidungen. So äußern sie zum Beispiel, ob sie bei einem Lied mitsingen oder nicht, ob sie essen möchten oder nicht usw. Durch Reflexion, z.B. im Morgenkreis, wird den Kindern ein Raum gegeben, sich aktiv an der Planung des Tages zu beteiligen und sich über unliebsame Dinge zu äußern. Durch aktive Beobachtung in der Situation nimmt das pädagogische Personal auch nonverbale Beschwerden der Kleinsten (Rückzug, Weinen, Aggression, etc.) auf. Die Kinder erfahren, in den sich anschließenden Aushandlungsprozessen, Selbstwirksamkeit und erleben auch die Teilhabe an der Gestaltung des Gemeinschaftslebens.

 

Beobachtung und Dokumentation der kindlichen Entwicklung

Die Beobachtung und Dokumentation der Entwicklung, des Verhaltens und Lernens der Kinder bilden eine wesentliche Grundlage unserer Arbeit.

Wir gestalten für jedes Kind ein personalisiertes „Krippenalbum“. Hier können Fotos, zum Teil vom Kind Selbstgestaltetes und in jedem Fall individuelle Entwicklungsverläufe verschiedener Phasen, in Form eines Briefes an das Kind, enthalten sein. Dazu werden regelmäßig vom pädagogischen Personal schriftliche Aufzeichnungen angefertigt. Beim Verlassen der Krippe erhält jede Familie dieses Album und ein kleines persönlich gestaltetes Geschenk zur Erinnerung an die Zeit in KraKadU.

 

Grundlage für entwicklungsbezogene Elterngespräche ist die Beobachtung der Kinder. Das Fachpersonal orientiert sich hierbei an der Entwicklungstabelle von Beller und Beller, die 8 Entwicklungsbereiche des Kindes beschreibt. Die Ergebnisse der Beobachtung werden dokumentiert und dienen wiederum zu einer neuerlichen Einschätzung des Entwicklungsverlaufs der Kinder zu einem späteren Zeitpunkt.

 

Das Team der KraKadU I notiert regelmäßig Beobachtungen zu jedem einzelnen Kind. Diese Dokumentationen werden u.a. in Teamsitzungen besprochen und dienen auch als Grundlage für Elterngespräche. Am Ende der Krippenzeit erhält jedes Kind anhand der Aufzeichnungen ein Album mit Fotos und Berichten. Diese spiegeln die Entwicklung des Kindes in der KraKadU I wider und zeigen auf, wie sie dabei begleitet wurden. Diese Informationen werden in Form eines Briefes an das Kind diesem mitgeteilt.

 

Kinderschutz

Der Gesetzgeber hat den Schutzauftrag von Kinderbetreuungsstätten definiert (§ 8a SGB VIII). Er betont die Verantwortung für das Wohl der Kinder und definiert, wie die Einrichtung im engen Kontakt mit den Eltern dieser Verantwortung gerecht werden kann. Unser Ziel ist es, auch in Krisensituationen den Elternkontakt aufrecht zu erhalten und so zu gestalten, dass das Wohl des Kindes immer im Mittelpunkt steht.

 

Zu Beginn des Einrichtungsbesuches legen die Sorgeberechtigten das ärztliche Untersuchungsheft vor, um nach Art.9b Kinderschutz BayKiBiG den Nachweis über die Teilnahme der letzten fälligen altersentsprechenden Früherkennungsuntersuchung zu erbringen.

 

Weiter erbringen die Eltern bei der Erstaufnahme in unsere Kindertageseinrichtung nach § 34 Abs. 10a Infektionsschutzgesetzt (IfSG) den schriftlichen Nachweis darüber, dass zeitnah vor dem Einrichtungsbesuch eine ärztliche Beratung bezüglich des vollständigen,

altersgemäßen, nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission ausreichenden Impfschutzes des Kindes erfolgt ist. Wird dieser Nachweis nicht erbracht, so ist das Fachpersonal verpflichtet dies zu melden und es kann zu einer Ladung der Personensorgeberechtigten zu einer Beratung beim zuständigen Gesundheitsamt kommen.

 

Umgang mit konkreter Gefährdung des Kindswohls

Auf der Grundlage des o.g. Gesetzes in Verbindung mit dem Bundeskinderschutzgesetz (BKiSchG) hat die jeweils zuständige Behörde der öffentlichen Jugendhilfe (Jugendamt) mit jedem ihrer Kita-Träger eine schriftliche „Vereinbarung zur Sicherstellung des Schutzauftrages nach § 8a SGB VIII“ abgeschlossen. Demzufolge ist das Fachpersonal von Kindertagesstätten dazu verpflichtet, Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung aufmerksam wahrzunehmen und – unter Hinzuziehung einer erfahrenen Fachkraft – das Gefährdungsrisiko einzuschätzen, z.B. bei körperlicher und seelischer Vernachlässigung, seelischer und/oder körperlicher Misshandlung, sexueller Gewalt. Das Fachpersonal wirkt bei den Personensorgeberechtigten darauf hin, dass Maßnahmen zur Abwendung des Gefährdungsrisikos in Anspruch genommen werden, wie z.B. Gesundheitshilfen, Beratung, Familienhilfe. Wenn diese Hilfen nicht in Anspruch genommen werden und / oder eine akute Gefährdung besteht, ist das Personal zu einer sofortigen Benachrichtigung des Jugendamtes/Allgemeinen Sozialdienstes verpflichtet.

Das Fachpersonal hat in Abstimmung mit dem Träger ein einrichtungsspezifisches Schutzkonzept entwickelt, dass einen respektvollen und dem Kindeswohl entsprechenden Umgang von Erwachsenen und Kindern regelt. Das Schutzkonzept wird transparent gehalten und steht allen Personen, die die Einrichtung besuchen zur Verfügung. 

 

Umgang mit einem erhöhten Entwicklungsrisiko

Wenn das pädagogische Personal aufgrund seiner Beobachtungen Anzeichen eines erhöhten Entwicklungsrisikos feststellt (z.B. hinsichtlich einer starken Entwicklungsverzögerung oder einer drohenden oder bestehenden Behinderung), ist es verpflichtet, die Eltern darüber zu informieren und entsprechend zu beraten. So soll mit den Eltern das weitere Vorgehen abgestimmt und erörtert werden, ob und welche Fachdienste hinzugezogen werden sollen, mit dem Ziel, das Kind – innerhalb und außerhalb der KiTa – entsprechend seiner spezifischen Bedürfnisse zu fördern.

 

Elternbefragung

Unsere Arbeit können die Eltern in der jährlichen Elternbefragung am Ende eines Krippenjahrs bewerten. Die Befragung erfolgt anonym, das Ausfüllen des Fragebogens ist freiwillig. Das Ergebnis der Elternbefragung gibt uns die Möglichkeit die pädagogische Arbeit zu prüfen, evtl. Anpassungen vorzunehmen und Vorschläge und Ideen der Eltern aufzunehmen.

 

Projekte

Die Kinderkrippe nimmt an der pädagogischen Qualitätsbegleitung in Kindertageseinrichtungen (PQB) der Stadt Erlangen teil.

 

KraKadU I nimmt am Bundesprogramm „KitaPlus: Weil gute Betreuung keine Frage der Uhrzeit ist“ teil. Die Teilnahme am Programm wurde für die Zeit vom 01.01.2017 bis einschl. 31.12.2019 bewillig.

 

Tagesablauf

In unserer Kinderkrippe ist es uns wichtig, dass ein fester Rahmen für die Kinder besteht. Dieser gibt Sicherheit und schafft Raum und Gelegenheit für unterschiedliche Beschäftigungsmöglichkeiten.

Der nachfolgend dargestellte Tagesablauf beschreibt, wie ein typischer Tag in einer unserer KraKadU I aussehen könnte.

 

Ankommen / Freispielzeit

Die Kinder werden bis spätestens 10:00 Uhr gebracht und verbringen die Zeit bis zum gemeinsamen Frühstück in der Regel mit freiem Spiel. Manche Kinder helfen in dieser Zeit auch gerne beim Vorbereiten des Frühstücks oder beteiligen sich bei anderen Arbeiten.

 

Frühstück

ca. 9:00 - 9:30 Uhr: Hier kommen alle Kinder zusammen, um gemeinsam zu frühstücken.

 

Freispiel / Angebote

ab ca. 9:30 Uhr. Nach dem Frühstück gehen wir nach Möglichkeit in den Garten, machen einen Ausflug im Bollerwagen oder beschäftigen uns in den Gruppenräumen.

 

Mittagessen

ca. 11:30 Uhr. Alle Kinder essen in der Krippe zu Mittag. Das Essen wird von einem Bio-Caterer geliefert.

 

Mittagsschlaf

ab ca. 12:00 - 14:00 Uhr. Gemeinsamer Mittagsschlaf.

 

Nachmittagssnack / Freispiel

ab ca. 14:30. Wenn alle Kinder wach sind, nehmen wir gemeinsam einen kleinen Snack zu uns. Anschließend gehen wir noch einmal in den Garten oder spielen drinnen.

 

Vor den jeweiligen Mahlzeiten finden feste Rituale statt, wie Fingerspiele etc.

 

Auch Geburtstage und Abschiedsfeiern werden in unseren Tagesablauf integriert.

 

Nach dem Ankommen der Kinder bei KraKadU I, wechseln die Eltern einige Worte mit dem pädagogischen Personal um Informationen auszutauschen. Wie war die Nacht? Hat das Kind schon gefrühstückt?

Nach der Begrüßung starten alle gemeinsam den KraKadU-Tag – hier richten wir uns immer nach dem situationsorientierten Ansatz. Was spielen wir? Wer hat Lust bei den Frühstücksvorbereitungen zu helfen? Manchmal ist auch noch Kuschelzeit nötig.

Vor dem Frühstück treffen sich alle gemeinsam auf dem weichen Teppich, um zu singen und den Tag zu beginnen. Nun gibt es leckeres Frühstück. Danach werden Hände gewaschen, Milchbärte weggewischt. Wir gehen nur gemeinsam nach Draußen oder beschäftigen uns drinnen mit Aktionen.

Soviel Aktion macht hungrig. Bevor es das Mittagessen gibt, werden noch einmal Hände gewaschen, volle Windeln gewechselt usw.

Ein voller Bauch macht müde. Und so legen wir uns alle zu einem gemeinsamen Mittagsschlaf hin.

Nach dem Aufwachen werden schon einige Kinder wieder abgeholt. Wir verabschieden uns.

Danach gibt es eine kleine Stärkung. Mit neuer Energie verbringen wir unsere verbleibende Zeit drinnen oder draußen bis wir abgeholt werden.

 

Die Konzeption wurde am 26.03.2019 vom pädagogischen Team des Studentenwerks Erlangen-Nürnberg AöR erstellt.

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