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Landesstudierendenvertretung Bayern fordert mehr finanzielle Unterstützung für Studierendenwerke

Landesstudierendenvertretung Bayern fordert mehr finanzielle Unterstützung für Studierendenwerke

Die Landesstudierendenvertretung fordert in einer aktuellen Pressemitteilung erneut einen Ausbau der psychosozialen Beratung und mehr finanzielle Unterstützung für die Studierendenwerke. Seit der Pandemie wird die Psychologische Beratung des Studentenwerks Erlangen-Nürnberg noch stärker nachgefragt. Mit einem großen multiprofessionellen Team aus Psycholog*innen und Berater*innen werden Studierende im gesamten Betreuungsgebiet versorgt – auf Wunsch auch anonym.


Die Pandemie fordert ihren Tribut: Studierende psychisch am Ende

Die Landesstudierendenvertretung fordert auch zum Beginn von 2022 einen Ausbau der psychosozialen Beratung und mehr finanzielle Unterstützung für die Studierendenwerke

Es ist ein trauriges Ritual geworden: Seit nun zwei Jahren sieht man in den Nachrichten die immer gleiche Geschichte: Eine junge Studentin, die gerade mit Hoffnung auf einen neuen Lebensabschnitt in eine neue Stadt gezogen ist, und sich auf neue Menschen freut, studiert jetzt isoliert in ihrer kleinen Wohnung, leidet unter Depression und mangelnder Hilfe im Studium. Dies sind keine Einzelschicksale. Bereits vor der Pandemie sind die in Anspruch genommenen Beratungsstunden durch Studierende stetig gewachsen, nun hat sich die Lage deutlich verschärft. Zu Beginn des Jahres hat deshalb auch das Deutsche Studentenwerk Alarm geschlagen.

“Psychosoziale Beratung ist ein wichtiger Baustein, der Studierenden Halt gibt. Trauerfälle in der Familie, Prüfungsangst oder die wirtschaftlich oft schwierige Lage waren auch bisher Gründe für das Aufsuchen von Beratungsstellen. Die Pandemie hat die Situation gleich doppelt verschlimmert. Einerseits müssen Studierende nun mit ihren Sorgen allein klarkommen. Die normalen sozialen Netze können sie durch die Pandemie nicht mehr nutzen. Das Online-Studium isoliert. Andererseits wurden die Probleme größer. Jobs sind weggefallen, Studieninhalte mussten im Selbststudium erlernt werden, Prüfungen konnten teilweise nicht abgelegt werden.”, berichtet Johanna Weidlich, Sprecherin der bayerischen Landesstudierendenvertretung.

Dies zeigt sich auch in den Zahlen. Trotz Lockdown und anfänglicher Schwierigkeiten mit der technischen Umsetzung sind die Beratungsstunden beispielsweise beim Studentenwerk Erlangen Nürnberg 2020 um 11% angestiegen, 2021 gar um 25 %. Ein Trend, der bayernweit zu beobachten ist. Das Angebot der psychosozialen Beratung wird zum größten Teil von den Studierendenwerken getragen. Diese stemmen aktuell jedoch mehr als die Hälfte dieses Angebots aus ihren eigenen Mitteln. So kommt es, dass beispielsweise in Passau nur eine einzige Fachkraft für die gesamte Universität für knapp 12.000 Studierende zur Verfügung steht. So werden die Wartezeiten länger. Für Studierende, die Hilfe benötigen kann das mitunter auch zu einem Problem für einen erfolgreichen Abschluss des Semesters oder gar des Studiums werden. Die Pandemiezeit wird vermehrt auch durch Lücken in den Lebensläufen sichtbar. Für die erhöhte Nachfrage braucht es also auch die nötigen Mittel für die Studierendenwerke, denn diese sind an ihrer Belastungsgrenze.

“Seit Beginn der Pandemie fordern wir die bayerische Staatsregierung dazu auf, den Studierenden unter die Arme zu greifen und endlich auch bei der psychosozialen Beratung nachzubessern. Passiert ist bis jetzt noch nichts. Es ist jetzt Zeit zu handeln.”, fordert Paul Thieme, Sprecher der bayerischen Landesstudierendenvertretung Die Forderung nach der Anerkennung der psychologischen Betreuung als Aufgabe der Studierendenwerke und entsprechende Bezuschussung durch den bayerischen Staat haben auch die Bayerischen Studentenwerke, das Deutsche Studentenwerk und die Landes-ASten-Konferenz Bayern bei ihren Stellungnahmen zum Bayerischen Hochschulinnovationsgesetz gefordert. Bisher ist noch nicht bekannt, ob das Staatsministerium dem Folge leisten wird. “Depressionen sind also kein Phänomen, das nur bei einzelnen Studierenden im Fernsehen auftritt, sondern eines, dass bayernweit angegangen werden muss. Die psychosoziale Beratung hat bereits für unzählige Studierende das Studium gerettet. Diese großartige Arbeit der Studierendenwerke anzuerkennen und zu fördern ist also längst überfällig. ”, betont Paul Thieme, Sprecher der bayerischen Landesstudierendenvertretung.

 

Kontakt:

Johanna.weidlich@lak-bayern.de

sekretariat@lak-bayern.de

www.lak-bayern.de

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