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Konzertaustausch in Krakau

Konzertaustausch in Krakau

Konzertaustausch in Krakau - Das Studentenwerk reiste im März mit dem Collegium Musicum in die Partnerstadt. Im fünfundzwanzigsten Jahr der freundschaftlichen Beziehungen zwischen dem Studentenwerk Erlangen-Nürnberg und dem Chor der Jagiellonen-Universität Krakau und ein knappes Jahr nach dem letzten Besuch der Camerata Iagellonica in Franken im April 2012 reisten der Geschäftsführer des Studentenwerks Otto de Ponte, Marita Luger, Leiterin der Psychologisch-Sozialen Beratungsdienste und Bettina Rodenberg als Vertreter des Studentenwerks vom 10. bis 16. März 2013 mit 35 studentischen Musikern vom Collegium musicum der Friedrich-Alexander-Universität unter Leitung von Ekkehard Wildt in die Königsstadt nach Kleinpolen.


Die Delegation in Krakau

Offizielle Höhepunkte der Woche waren der Empfang durch den Prorektor der Jagiellonen- Universität Herrn Professor Dr. hab. Piotr Laidler in der Aula der Jagiellonen-Universität im Collegium Novum, bei dem sich Studentenwerksgeschäftsführer Otto de Ponte für den herzlichen Empfang bedankte und seinerseits eine Einladung zum Gegenbesuch im nächsten Jahr aussprach und die im Mittelpunkt der Programmwoche stehenden gemeinsamen Partnerschaftskonzerte in der Aula der Jagiellonen-Universität im Collegium Novum und einen Tag später in der Marienkirche am Krakauer Rynek (Hauptmarkt).

Umrahmt wurden die offiziellen Programmpunkte von gemeinsamen Proben, Besichtigungen, Begegnungen, Goralenmusik und Schnee.

Unsere polnischen Gastgeber hatten für die Woche ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, um uns die frühere Hauptstadt Polens und Partnerstadt Nürnbergs sowie ihre Umgebung nahe zu bringen.

Am ersten Tag unternahmen wir einen Ausflug nach Wieliczka. Die dortige Salzmine ist eine der ältesten der Welt und gehört seit Jahren zum UNESCO-Weltkulturerbe. Der Sage nach ist ihre Erschließung der Herzogin Kinga von Ungarn zu verdanken, die das Salz als Mitgift für ihre Hochzeit mit dem polnischen Herzog Bolesław erhielt. Ihr zu Ehren wurde in der Mine hundert Meter unter der Erde eine riesige unterirdische Kapelle errichtet. Hier erhellen Kronleuchter aus Salz eindrucksvoll direkt aus dem Salzgestein geschlagene Figuren und Reliefs, wie beispielsweise eine Nachbildung des Abendmahls von Da Vinci.

Am Nachmittag probte das Orchester das erste Mal zusammen mit dem Chor der Jagiellonen-Universität "Camerata Iagellonica", der durch seine ausgezeichneten Sänger sofort beeindruckte. Seine Mitglieder sorgten an diesem und den folgenden Abenden dafür, dass die Studierenden und die Begleiter die "K&K-Stadt" (1000 Kirchen und Kneipen) auch von der anderen Seite kennen lernten.

Nach der herzlichen Begrüßung durch den Chor folgte am nächsten Tag die offizielle Begrüßung durch Prorektor Professor Dr. hab. Piotr Laidler in der Aula des Collegium Novum. Die Aula ist ein äußerst imposanter Saal mit Kassettendecke und historischen Gemälden. Vor dieser eindrucksvollen Kulisse spielten das Erlanger Orchester und der Krakauer Chor gemeinsam am Abend das erste Konzert.

Am Mittwochmorgen machten wir uns auf zu einer der bedeutendsten Stätten der polnischen Geschichte, der Kathedrale und dem Schloss auf dem Wawelhügel. Das Kirchenschiff der früheren Krönungskirche wird von mehr als zwanzig barocken Seitenkapellen eingerahmt. Zentral im Hauptraum steht der prunkvolle Silbersarkophag des Heiligen Stanisław, ein Hauptheiligtum Polens. Des weiteren sind hier auch die meisten polnischen Könige sowie bedeutende Persönlichkeiten der polnischen Geschichte in Grabliegen bestattet. Im Glockenturm beeindruckte die mächtige Sigismundglocke, die von dem Nürnberger Hans Beheim gegossen wurde. Von hier oben hatten wir einen großartigen Blick über die Altstadt, die wir anschließend erkundeten. Besonders begeistert waren wir vom Marktplatz mit seinen Tuchhallen, den vollständig restaurierten Häusern und der Marienkirche. Diese Kirche gehört mit ihrem Altar von Veit Stoß, dem mit Goldbildern verzierten Chorgestühl und der einem Sternenhimmel gleichenden Decke zu einer der schönsten Kirchen der Welt. Hier durften wir vor großem Publikum unser zweites Konzert geben. Auf dem Programm standen Haydns Symphonie mit dem Paukenwirbel, ein Klarinettenkonzert von Stamitz und als Abschluss eine Schubert-Messe, die wir zusammen mit der "Camerata Iagellonica" und namhaften Solisten aufführten.

Nach dem Konzert beim anschließenden Stehempfang mit Buffet in der Universität trafen sich Gastgeber und Gäste zwanglos zum Begegnungsabend mit spontanen musikalischen Beiträgen.

Für Donnerstag organisierten unsere Gastgeber einen Tagesausflug in die Hohe Tatra nach Zakopane, der "Winterhauptstadt Polens". Die für die Stadt typischen Holzhäuser gehen auf die Architektur des dort beheimateten Bergvolks der Goralen zurück. Deren kulinarische Spezialitäten, wie z.B. geräucherter Schafskäse und heißen Gewürzwein, probierten wir bei einem Mittagessen bei traditioneller Musik und Tanz. Die Rückfahrt nach Krakau gestaltete sich durch die winterlichen Straßenverhältnisse schon fast abenteuerlich. Wir benötigten für die 100 km mehr als drei Stunden und konnten noch froh sein, dass die Straße erst am nächsten Tag für den Verkehr gesperrt wurde.

Nach einem letzten Abend in Krakau ging es am nächsten Tag schon wieder Richtung Heimat. Für die Mittagspause legten wir einen einstündigen Zwischenstopp in Breslau ein. Der kurze Aufenthalt vermittelte uns jedoch einige gute erste Eindrücke von der historischen Altstadt mit ihren früheren Bürgerhäusern und dem Alten Rathaus.

Am Abend lieferte der Bus die Reiseteilnehmer wieder wohlbehalten in Erlangen ab.

Wir haben Krakau als eine absolut sehenswerte Stadt mit vielen kulturellen Höhepunkten erlebt. Leider war die Zeit zu kurz, um mehr als nur ein paar Highlights zu besichtigen.

Die Konzerte und das Rahmenprogramm werden allen Reiseteilnehmern als ein besonderes Ereignis in Erinnerung bleiben, dies besonders auch wegen der guten und intensiven Kontakte zu den polnischen Studierenden. Wie die Reiseteilnehmer berichtet haben, konnten während des Programms alte Freundschaften zwischen polnischen und deutschen Studenten vertieft werden und neue Freundschaften sind bei diesem Besuch entstanden. Diese Kontakte und Freundschaften werden sicherlich über die organisierten Besuchsreisen hinaus fortbestehen und weiter gepflegt werden.

Ebenso wie die Studierenden freuen wir uns auf den Gegenbesuch im nächsten Jahr in Erlangen, bei dem das 25-jährige Bestehen der Kontakte nach Krakau gewürdigt werden soll.

Die Vertreter des Studentenwerks danken Herrn Wieslaw Kudzia für seinen unermüdlichen Einsatz, Frau Halina Romanowska für die kompetente und freundliche Sprachvermittlung und dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk für die Förderung der Begegnung.

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