Mit dem Richtfest für die neue Wohnanlage in der Avenariusstraße 35 in Nürnberg erreicht das Studierendenwerk Erlangen-Nürnberg einen wichtigen Meilenstein beim Bau von dringend benötigtem, bezahlbarem Wohnraum für Studierende. Bis zum Sommersemester 2027 entstehen in Nürnberg insgesamt 341 geförderte Wohnplätze in fünf einzelnen Häusern mit gemeinsamem Innenhof.
Die neue Wohnanlage ist Bayerns größte geförderte Studierendenwohnanlage in Modulbauweise. Gefördert wird das Bauvorhaben durch ein leistungsfreies Baudarlehen des Freistaats Bayern in Höhe von 26,64 Millionen Euro. Die weiteren Kosten werden aus Eigenmitteln des Studierendenwerks sowie über Darlehen finanziert. Die zuwendungsfähigen Gesamtkosten inkl. Rückbau der alten Gebäude, Planungskosten etc. liegen voraussichtlich bei rund 42 Millionen Euro.
Mathias M. Meyer, Geschäftsführer des Studierendenwerks Erlangen-Nürnberg, begrüßte die Gäste zum Richtfest: „Wir feiern heute ein Richtfest der außergewöhnlichen Art. Erinnern wir uns kurz: Im November 2025 rollten hier die Bagger an. Im März kamen die ersten Module. Und jetzt haben wir neben einem fertigen Dachstuhl bereits einige Fenster eingesetzt und in 341 Apartments die Einrichtung stehen! Seit 2018 haben wir damit in unserem Betreuungsgebiet 1340 Wohnplätze sowie 2 Kitas geschaffen – weitere werden folgen. Das geht nur durch die Unterstützung des Freistaats sowie mit verlässlichen Partnern und einem starken Team.“
Bayerns Bauminister Christian Bernreiter wurde vor Ort von Ministerialdirektor Thomas Gloßner vertreten und ließ eine Würdigung des Bauvorhabens übermitteln: „Das Projekt zeigt, dass sich die Vorteile innovativer Modulbauweise für den Bau studentischer Wohnanlagen sehr gut nutzen und gestalterisch umsetzen lassen. Bei dieser Wohnanlage wurde an alles gedacht: Von den modernen Einzelapartments mit Bad und Küche über einen großen Gemeinschaftsraum mit Terrasse bis hin zu begrünten Innenhöfen. Wohnen wird für die Studierenden hier in Nürnberg nicht nur bezahlbar, sondern auch sehr attraktiv sein. Das Projekt ist innovativ, nachhaltig und bisher eines der größten bisher in Bayern in dieser Form. Eine echte Bereicherung für Nürnberg.“
Auf dem rund 10.000 Quadratmeter großen Grundstück entstehen 341 Einzelapartments, davon zwei rollstuhlgerechte Apartments. Die durchschnittliche Größe der Apartments beträgt rund 20 Quadratmeter. Ergänzt wird das Wohnangebot durch gemeinschaftlich nutzbare Bereiche, darunter Lese- und Arbeitsräume sowie Gemeinschaftsräume
Ann-Sophie Scholl, Studentische Senatorin der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und Vertreterin des Bayerischen Landesstudierendenrats, hob die Bedeutung bezahlbaren Wohnraums aus studentischer Perspektive hervor: „Studentisches Wohnen bedeutet Gemeinschaft. Hier entstehen Wohnungen, in denen Studierende ihre ersten Schritte in einer neuen Stadt machen werden. Hier werden Studierende Freunde finden, Kontakte knüpfen und gemeinsam Zeit auch außerhalb des Studiums verbringen.“
Auch Dr. Nasser Ahmed, Dritter Bürgermeister der Stadt Nürnberg, unterstrich die Relevanz des Projekts für die Stadt Nürnberg: „Es geht hier für die Stadt Nürnberg um mehr als ein Gebäude, es geht um Lebensperspektiven. Zu einem Zuhause gehören auch funktionierende öffentliche Räume – das alles müssen wir jetzt gemeinsam möglich machen. Das Studierendenwerk trägt seinen Teil zu dieser wichtigen Aufgabe bei.“
Die Gebäude werden in hybrid-modularer Bauweise errichtet. Decken und Innenwände bestehen aus Stahlbeton, die nichttragenden Außenwände werden als Holzkonstruktion ausgeführt. Die Module werden im Raum Neustadt an der Aisch vorgefertigt, vollständig ausgebaut und möbliert angeliefert und anschließend vor Ort montiert. Dadurch lassen sich die Bauzeit auf der Baustelle verkürzen, Transportwege reduzieren und Emissionen während der Bauphase verringern.
Prof. Dr. Beate A. Schücking, Präsidentin des Deutschen Studierendenwerks, betonte beim Richtfest die bundesweite Bedeutung von Investitionen in studentischen Wohnraum: „Die Studierendenwerke können den dringend benötigten Wohnraum nur mit geeigneten Grundstücken, verlässlichen Rahmenbedingungen und vor allem einer starken öffentlichen Förderung realisieren. Diese Rahmenbedingungen sind keine Kür, sondern eine Voraussetzung dafür, dass studentischer Wohnraum überhaupt in ausreichender Zahl entstehen kann.“
Ein besonderer Schwerpunkt der neuen Wohnanlage liegt auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Die Wärmeversorgung erfolgt über Fernwärme. Zusätzlich ist eine Wärmepumpe vorgesehen, die Energie aus der Abluft über einen Wärmetauscher nutzt. In den Wohnungen kommt eine moderne, energiesparende Deckenheizung zum Einsatz. Auf den Dachflächen wird eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von rund 150 kWp installiert, ergänzt durch einen Speicher mit 75 kWh für den Allgemeinstrom.
Die Wohnanlage erhält vorgehängte, hinterlüftete Fassaden mit mineralischer Dämmung und Fassadenbegrünung. Die Flachdächer werden als Retentionsdächer ausgeführt, intensiv begrünt und auf den mit Photovoltaik belegten Flächen extensiv begrünt. Die Retentionsdächer dienen der Regenrückhaltung, reduzieren die Abflussmenge und unterstützen durch Begrünung und Verdunstung das Mikroklima.
Auch die Außenanlagen und Mobilitätsangebote sind auf die Bedürfnisse der Studierenden ausgerichtet. Insgesamt entstehen 341 Fahrradstellplätze und damit rechnerisch ein Fahrradstellplatz pro Wohnplatz. Rund 200 Fahrradstellplätze werden als Doppelparker in einem Fahrradabstellraum im Erdgeschoss untergebracht. Weitere überdachte Fahrradstellplätze stehen im Außengelände für Mieterinnen und Mieter sowie Besucherinnen und Besucher zur Verfügung. Zusätzlich entstehen 21 oberirdische Pkw-Stellplätze. Für die Bepflanzung im Außenbereich sind heimische und standortgerechte Baum- und Straucharten vorgesehen.






